10.10.2013

Zweiundvierzig Kilometer

Gelaufen bin ich schon seit der Oberstufe. Es fing mit den obligatorischen Runden um den Sodenmatt-See an, bis ich auch anfing in der Freizeit zu laufen. Zunächst kürzere Strecken, die dann länger wurden. So lief es dann die letzten 10 Jahre; ca. 2-3 mal die Woche jeweils ca. 10km – je nach Wetter, Lust und Zeit.

Zu Beginn dieser Saison fasste ich mir aber das Ziel, einen Wettkampf zu laufen. Ganz oder gar nicht – es sollte direkt der Marathon sein.

Equipment

Zur Vorbereitung schaute ich mich nach passendem Equipment um. Ich lief schon etwas länger mit diversen Apps (Nike+, Runkeeper), allerdings brauchte ich dieses mal einen Trainingsplan, und das ganze am Besten ohne allzu viel neues Equipment kaufen zu müssen. Das MiCoach-System von Adidas bot sich hier an: Über eine Weboberfläche kann man sein Ziel definieren (inklusive Vorerfahrung und weiteren Parametern) und sich dann einen Trainingsplan erstellen lassen. Dieser kann dann auch im Kalenderformat exportiert werden.

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Zum MiCoach-System brauchte ich nur noch einen Pulsmesser und die micoach-App auf dem iPhone. Alles ziemlich einfach und intuitiv, wenn auch nicht mit den Optionen und Spielereien die Runtastic oder Runkeeper bietet. An dieser Stelle könnte adidas etwas nachlegen, aber die Erstellung des Trainingsplans und die einfache Bedienung der gesamten Kombination machten eventuell hier und da fehlende Features wieder wett. Insgesamt war ich sehr zufrieden, da ich eigentlich nur die Trainingsansagen und den zusammengestellten Plan brauchte.

Weiteres Equipment sind natürlich vernünftige Schuhe und restliche Bekleidung; die habe ich auch erst in diesem Jahr richtig schätzen gelernt.

Vorbereitung

Der Trainingsplan sah 99 Trainingseinheiten vor, beginnend im April. Die Einheiten variieren in Länge und Intensität. Von den 99 Einheiten habe ich allerdings einige aufgrund Krankheit, Zeitmangel, Unlust verpasst; insgesamt habe ich ca. 75-80% der Einheiten absolviert. Letzten Endes ist die Vorbereitung natürlich desto besser je mehr Einheiten man erfolgreich absolvieren kann. Zum Schluss kam ich auf etwa 888 Trainings-Kilometer.

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Ernährung

Während des Trainings habe ich mich nicht wesentlich anders als sonst auch ernährt, also auch nicht besonders gesund. Erst in der letzten Woche habe ich etwas verstärkt darauf geachtet, und die letzten Tage verstärkt Nudeln gegessen. Und natürlich viel Wasser getrunken. Und seit Mitte August auch keinen Alkohol mehr getrunken.

Musik

Siehe Spotify-Playlist. Diverse Musik, die ich ganz gerne beim Laufen höre. War zum Schluss schwierig brauchbare Songs für vier Stunden aufzutreiben. Interessanterweise bin ich zum haargenau auf dem letzten Track im Ziel angekommen.

Der Lauf

Jan Fitschen, Deutschlands derzeit schnellster Marathonläufer, gibt den Startschuss. Da ich recht weit hinten Starte bekomme ich davon allerdings nicht so viel mit.

Die ersten 10km gingen recht gut runter. Insgesamt waren an der Strecke sehr viele Besucher, die ordentlich angefeuert haben. Ziemlich gut! Einige Ecken und Viertel haben sich einiges einfallen lassen und ordentlich gefeiert und Musik gemacht.

Bis KM 30 lief es insgesamt recht gut und ich war ungefähr in meiner angestrebten Zeit von 4h. Danach wurden die Beine allerdings immer träger. Ab KM 35 war es dann ein einziger Kampf gegen die Meter, ab hier musste ich einige Meter in Schrittgeschwindigkeit gehen. Zum Zieleinlauf konnte ich allerdings noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren und durchlaufen. 4 Stunden 24 Minuten war dann die Nettozeit.

Verbesserungspotenziale

Nach der Vorbereitung und dem Lauf habe ich natürlich auch einige Felder identifiziert, die ich beim nächsten mal anders oder besser machen würde.

Trainingsplan

Ganz klar – wesentlich mehr Einheiten absolvieren. Bei Krankheit ist das natürlich nicht immer möglich, aber ansonsten sollte man immer die Zeit finden.

Allgemeine Fitness

Nur auf den Marathon zu trainieren hat mich natürlich den Rest des Körpers vernachlässigen lassen. Hier sollte ich einen besseren Ausgleich schaffen.

Ernährung

Kann man immer verbessern!

Schuhe

Meine habe ich jetzt ca. 1500km gelaufen, schätze ich. Wann man die Schuhe tauschen sollte lässt sich pauschal nicht sagen, aber ich denke hier sollte ruhig mehr investiert werden.

Lauftechnik

Auch hier kann ich mich sicherlich noch verbessern. Während der letzten Kilometer war mein Rücken merklich angespannt – eine verbesserte Laufhaltung kann hier zur Entspannung beitragen.

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon.