Fazit?!

am 4. Dezember 2008 von Matthias

OK, OK … es ist vielleicht ein wenig spät für ein Fazit bzw. einen schön abschließenden Beitrag hier. Aber besser spät als nie, oder? ;)
Nun, was soll ich von meinem Asien-Aufenthalt halten? Es war mit Sicherheit eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, denn es war nicht immer einfach sich in einem Land zu verständigen, in dem nicht mal Englisch weit verbreitet ist. Aber letztendlich hat es doch geklappt! Ich hatte ja noch das Glück, dass ich betreuende Studenten kannte, die hier und dort übersetzt und geholfen haben - aber selbst das ist in Thailand eigentlich nicht nötig, denn jährlich versuchen sich Dutzende Europäer bzw. Nicht-Thai mit Rucksackreisen durch Südostasien, und auch das klappt ganz hervorragend.
Generell kann ich Thailand nur empfehlen - als Reiseziel :) . Man kommt inzwischen selbst per Flugzeug wirklich komfortabel überall hin, aber auch die Busse, die einen für wenige Euro von Nord nach Süd über Nacht bringen, sind vollkommen in Ordnung.
Zum Arbeiten - das würde ich mir doch ein paar mal überlegen. In dieser Hinsicht ist für mich einzig Singapur bzw. noch Kuala Lumpur ein interessantes Ziel - dort ist einfach die nötige Entwicklung da und die Arbeitsmoral reicht (teilweise) an die europäische heran - in Singapur wird sie wahrscheinlich sogar noch übertroffen! (Dies ist natürlich immer Ansichtssache - wer es gerne entspannt am Arbeitsplatz mag, für den ist Thailand sicherlich großartig ;) ).
Die Unruhen, die in den letzten Wochen aufgekommen sind - davon sollte man sich meiner Meinung nach nicht unbedingt beeindrucken lassen. Natürlich ist es nicht schön, in der Stadt festzuhängen - allerdings kann dies fast genausogut in allen anderen Städten passieren. Jetzt sind die Konflikte größtenteils durch, jetzt wird da auch wieder Ruhe sein - versprochen ;)

Nunja .. was soll ich noch groß sagen, ausser: Thailand - ich komm wieder! Irgendwann!

Hiermit beende ich meine Reihe der Berichte (wie gesagt, besser spät als nie ;) ) und danke jedem für das aufmerksame Lesen und die netten Kommentare. Ich habe mich wirklich über jeden einzelnen gefreut!

Matthias

Phuket & Ko Phi Phi

am 17. Oktober 2008 von Matthias

Zum Ausklang der Arbeitsperiode habe ich zusammen mit Teemu und Aldwin Phuket besucht. Geplant war eigentlich, dass wir möglichst das ganze Wochenende auf Ko Phi Phi verbringen, dies funktionierte leider aufgrund der Fähren nicht.

Zum Auftakt verschlug es uns in die Touristenhölle Patong Beach. Der Strand an sich ist sehr schön, die danebenliegende Stadt leider überhaupt nicht. Über Versorgung an europäischen Lebensmitteln kann man hier nicht klagen, überall lauern Restaurants (Italiener, Mexikaner, was auch immer) oder sogar die „Grillhütte“. Also wenn man Thailand sehen und erleben möchte, fährt man überall hin, nur nicht nach Patong :) Ist sozusagen die Khao San Road nur einige Nummern größer.

Wie dem auch sei, wir konnten aufgrund der Tatsache, dass gerade nicht die „high season“ ist, sehr günstig Zimmer finden und auch einen ganzen Trip nach Ko Phi Phi inklusive Transfer zum Pier.
Ko Phi Phi ist dem ein oder anderen vielleicht bekannt; einerseits wurde hier der Film „The Beach“ mit dem „Titanic-Mann“ (Zitat Fährenkapitän) gedreht, andererseits war Ko Phi Phi ganz arg vom Tsunami 2004 betroffen.

Es gibt zwei Inseln, Ko Phi Phi Don (die große, bewohnte), und Ko Phi Phi Leh (klein, unbewohnt, aber spaktakulärere Felswände). Ko Phi Phi Don ist sehr entspannt; auf der Insel gibt es keine Autos und nur sehr sehr wenige Motorräder (auch nicht für die Touristen zum mieten). Alles lässt sich super bequem zu Fuß erreichen, was wir dann auch taten. Wir erkundeten beide Strandseiten, den Aussichtspunkt in ca. 180m Höhe, die „Innenstadt“ sowie Tsunami-Denkmäler. Diese waren sehr bedrückend, denn die Opfer bekommen hier Namen und Bilder/Gesichter.

Sonntag haben wir uns ein Boot zum Schnorcheln gemietet, diesmal allerdings ohne Sonnenbrand :)
Alles in allem war es ein sehr schöner Trip zum Abschluss meines Thailand-Aufenthaltes. Phuket kann ich persönlich nicht sehr empfehlen, letztendlich verbringt man aber meistens einen Tag dort, wenn es zeitmäßig nicht anders geht (oder man verbringt 2 Wochen dort, wie es Massen an Engländern und Australiern tun und säuft sich die Hucke voll).

Ko Phi Phi ist auf jeden Fall empfehlenswert, da einfach nur paradiesisch. Ebenfalls vom Tourismus lebend, allerdings lässt es sich hier aushalten.

Bang Pa-In, Ayutthaya, Baiyoke Sky Tower

am 6. Oktober 2008 von Matthias

Ich wurde entführt. Mr. Anan, seines Zeichens Leiter der Informatik-Abteilung an der Uni, brachte mich am Freitag nach Bang Pa-In sowie Ayutthaya. Da sagte ich nicht nein, obwohl wirklich viel Arbeit auf mich wartete. Dies sollte dann alles am Wochenende nachgeholt werden.


Bang Pa-In ist eine ehemalige Sommerresidenz des fünften Königs. Recht groß und üppig, Bäume und Sträucher zu Elefanten oder Hasen geschnitten. War insgesamt aber relativ langweilig, Fotos hab ich trotzdem einige gemacht.


Danach ging es nach Ayutthaya. Ayutthaya wurde ähnlich wie Sukhothai von den Burmesen niedergebrannt, die Überreste stehen aber noch und sehen recht schön aus. Trotzdem habe ich mir auch davon ein wenig mehr erwartet. Aber gut - gesehn ist gesehn ;)


Den Rest des letzten Wochenendes in Bangkok verbrachte ich in Shoppingzentren oder auf dem Chatuchak Market oder sogar auf dem Baiyoke Sky Tower. Dieser ist mit 304 Metern das höchste Gebäude in Thailand und bietet einen sehr guten Blick über Bangkok, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Bei richtig klarem Wetter kann man bis an den Golf von Thailand schauen. An diesem Wochenende war es leider ein wenig regnerisch, daher verdeckte eine Nebelsuppe den ganz weiten Blick. Schön war’s trotzdem, vor allem bei Nacht. Und einen kostenlosen Cocktail gab es obendrein auch noch.
Übrigens war ich dort mit 2 Filipinos, von denen ich einen in Kuala Lumpur kennengelernt habe. Ist ein Arbeitskollege von Sven und so verbrachten er, seine Freundin und ich einen netten Abend.

PS: Am Samstag war in der Central World Mall eine Art Comic-Convention. Ganz viele Thai in verschiedensten Kostümen! Verrückt. Ausserdem: Am Wochenende waren Wahlen, daher gab es in fast ganz Bangkok keinen Alkohol in Kneipen. Da wurde aus dem Long Island Iced Tea schnell mal ein ganz normaler Eistee zum alkoholisierten Preis. Ebenfalls verrückt.

Ampawa floating market

am 30. September 2008 von Matthias

Ich denke, ich muss ein paar Sätze zur Khao San Road loswerden. Wir verbrachten den Freitag Abend dort, um die Woche mit ein paar Bieren ausklingen zu lassen. Dabei ist mir aufgefallen, dass diese Straße ganz schön armselig ist. Die Khao San Road ist die zentrale Anlaufstelle der meisten Rucksacktouristen, was zur Folge hat, dass 95% der Besucher keine Thai sind. Es ist also unheimlich kommerziell, ständig versucht irgendjemand einem etwas anzudrehen. Ich denke, mit Thailand hat dies nichts mehr zu tun. Was früher mal ein Geheimtipp war, ist heute recht runtergekommen. Daher denke ich, man sollte die Khao San Road gesehen haben, sollte aber auch nicht zu viel Zeit dort verschwenden, denn Thailand hat so viel mehr zu bieten.


Unter anderem und zum Beispiel “floating markets”. Das sind Märkte, die sich in Flussregionen abspielen. Samstag machte sich eine Gruppe von Studenten (inklusive mir) auf den Weg zum “Ampawa floating market”, also der Flussmarkt in Ampawa. Viele Händler kommen mit ihren Booten und versuchen, Früchte, Gemüse, Blumen oder anderen Schnickschnack an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Ampawa ist kein besonders großer Markt (ich denke, Damnoen Saduak ist größer und bekannter), dadurch aber auch nicht sehr touristisch, was mir sehr gefiel.


Wir genossen ein gutes Mittagessen und mieteten ein Boot für jeweils ca. 1,50€ für 2 Stunden. Dieses schipperte uns in der Gegend herum und brachte uns zu einigen Tempelanlagen. Diese glichen sich aber sehr und so organisierte Nut, dass wir ein wenig mehr Thai-Kultur erleben, indem uns der Bootsfahrer (übrigens ein Höllenhund, hat das Boot gesteuert wie die letzte Sau ;) ) in einen kleinen Nebenfluss brachte. Viele Holzhütten, die direkt am Wasser gebaut sind, konnten wir sehen. Inklusive der Menschen, die dort leben und den Fluss zum Baden oder für ihre Wäsche nutzen.


Gegen Ende des Trips und mitten im Nirgendwo versagte der Motor unseres Boots. Ein Glück, dass wir in der Nähe eines Hauses waren! Dort war man so hilfsbereit, dass man unser Boot “abschleppte” und wieder nach Ampawa brachte. Während der Rücktour fing es ganz schön heftig zu regnen an, aber dank unseres überdachten Bootes konnte man die Aussicht und die Momente nur genießen. Sogar 2 kleine Krokodile haben wir gesehen!


Wieder in Ampawa angekommen schlenderten wir noch ein wenig über den Markt. “Hello, Harry Potter!”, grüßte mich einer der Verkäufer. Ich versteh’s einfach nicht. Hab ich so ‘nen Blitz auf der Stirn? :)

Sonntag war Muaythai-Tag! Wir gingen in eine Sporthalle in der Nähe von Mo Chit. Dort gab es einige Thaibox-Kämpfe zu sehen, und glücklicherweise gab es an jenem Tag sogar einen Meisterschaftskampf. Allerdings nichts großes, wie ich finde. Schließlich ging es “nur” um den Meister dieses Stadions. Naja, jedenfalls wurde das im TV übertragen und wahrscheinlich waren wir sogar zu sehen, denn wir saßen recht nah am Ring! Insgesamt war es eine ganz schön spektakuläre Angelegenheit, die hauen sich richtig ordentlich was auf die Nase. Aber ernsthaft verletzt wurde keiner (bis auf den ersten Kampf, nach dem KO blieb der Sportler ohnmächtig liegen und musste rausgetragen werden). Während des Kampfes läuft auch ständig so eine spezielle Musik und es sieht fast aus, als ob die Kämpfer zu der Musik tanzen würden.

In den Pausen zwischen den Runden heißt es dann immer: Bloß nicht bewegen! Denn in den Pausen fangen die Zuschauer an, untereinander Wetten abzuschließen mit Handzeichen. Eine falsche Bewegung, und man ist mittendrin :D Naja, ganz so schlimm ist es nicht, aber trotzdem spektakulär.

Ausklang fand der Tag auf dem Chatuchak Weekend Market. Ein irre großer Markt, auf dem ich an dem Tag erstmal nichts gekauft habe. Hier kann man wirklich alles finden, was man auch nur irgendwie gebrauchen könnte. Geschirr, Tiere, Kleidung, Schmuck, Musik, Filme, Essen … und und und .. :) Aufgrund der Größe habe ich es selbstverständlich nicht geschafft, alles an einem kurzen Nachmittag zu sehen. Ich werde nächstes Wochenende nochmal hinfahren und dann wahrscheinlich auch das ein oder andere Schnäppchen ergattern.

Singapur (3) - der Tag danach

am 25. September 2008 von Matthias

Ich bin recht früh wieder aufgewacht, es war gegen 10 Uhr. Dafür fühlte ich mich aber ganz schön fit und ging als erster duschen. Als ich dann zurückkam sah ich Sven und Aldwin selig im Doppelbett schlummern - das muss Liebe sein! ;) Ich hab ein schönes Foto davon, aber das werde ich hier nicht bringen (auch nicht gegen Geld … obwohl .. nein ;) ).

Der Sonntag begann recht entspannt, einige der Gäste vom Vortag versammelten sich zum Frühstück zur Mittagszeit. So sprachen wir noch über den vorherigen Abend und sonstige interessante Geschichten, war nett.

Aber auch Sonntag stand noch ein wenig was auf dem Programm. Wir besuchten Sentosa Beach, das ist ein Strand, den Singapur künstlich aufgeschüttet hat. Den Sand haben sie in Indonesien geklaut. Sowieso macht Singapur viel, um Touristen bei Laune zu halten, und daher bestätigt sich auch der Eindruck, daß es eine künstliche Stadt sei. So gibt es halt diese kleine Insel Sentosa, die auch gleichzeitig Freizeitparks usw. bereithält.

Der Strand an sich ist dann eine Mischung aus Ballermann und Norderney. Nicht wirklich schön, aber man hängt für‘s Wochenende dort ab. Wir tranken ein Bier (ja, schon wieder) und genossen die Aussicht. Am Horizont erkannte man hunderte von Frachtschiffen, die in den Hafen von Singapur einfahren. Das ist schon ein beeindruckender Ausblick, wenn auch nicht urlaubsmäßig.

Bevor ich abfliegen sollte sah ich noch Orchard Rd, das ist so wie die Obernstraße nur ein paar Nummern größer. Viele Shops und Einkaufszentren aneinandergedrängt. Die Orchard Rd durchschritten wir relativ schnellen Fußes, denn es blieb nicht mehr allzuviel Zeit übrig.


Wir fuhren noch schnell ins Raffles Hotel, der Ort, an dem der weltberühmte (?) Cocktail Singapore Sling zum ersten Mal gemixt wurde, erfunden quasi. Eine nette Hotelbar und das lustige daran war, dass der Boden übersät war mit Erdnussschalen! Man knabbert die Erdnüsse und schmeißt die Schalen halt einfach auf den Boden. So genossen wir den wirklich leckeren Cocktail und aßen Nüsse ohne Ende.

Sven und Aldwin begleiteten mich dann zum Flughafen, wo mein Wochenendtrip sein Ende finden sollte. Es ging wieder zurück nach Bangkok, wo ich gegen 23.30 wieder zurück im Zimmer angekommen bin. Auf dem Rückflug schaute ich mir übrigens „Sex and the city - the movie“ an. Eigentlich wollte ich die zweite Hälfte von „Nie wieder Sex mit der Ex“ ansehen, aber den gab‘s nicht mehr im Angebot. „Sex and the city“ habe ich übrigens auch nicht zuende gesehen. Nicht, weil er schlecht war, sondern weil das Flugzeug halt auch irgendwann landen wollte.


Singapur ist also schon eine atemberaubende Stadt, aber das Wochenende wurde denke ich erst durch die Geburtstagsfeier sowie den Werdersieg so richtig einmalig. „Davon werden wir noch unseren Enkeln erzählen“ sagte Sven und ich stimme ihm voll zu. 3 Werderfans am anderen Ende der Welt treffen sich, freuen sich und feiern zusammen. Wir haben Aldwin nach „Pillepalle“ übrigens weiteres Deutsch beigebracht; frei nach Dittsche kann er jetzt auch „das perlt“ sagen :)

Großartig, einmalig, AT32!

Singapur (2) - AT32, FCB - SVW 2:5

am 24. September 2008 von Matthias

Aldwin war so nett und lud seine engsten Freunde in ein japanisches Barbecue-Restaurant ein. Der Laden war recht nobel, aber für die Besten schließlich nur das Beste ;) Aldwin, Julian, Zsa-Zsa, David, Natalie, Bjorn, Sven und ich genossen ein Spitzenabendessen. Man bestellte sich Fleischhäppchen, die man dann selbst auf einen in den Tisch eingebauten Grill gelegt hat. Und glaubt mir, ich glaube so gutes und zartes Fleisch habe ich noch nie gegessen. Da zerlief das Steak wie Butter im Mund. Einfach herrlich.


Nach dem Abendessen gesellten wir uns zu Julians Apartment, der es freundlicherweise für die Party zur Verfügung gestellt hatte. Wir lauschten guter Musik, tranken das ein oder andere Getränk und hatten im Hintergrund den kicker-Ticker laufen, denn schließlich spielte der ruhmreiche SV Werder Bremen (vertreten durch 3 Fans; Aldwin, Sven und mich) gegen einen Hinterhofklub aus Bayern (vertreten durch einen Fan - David). Ich wollte das Spiel nicht sehen und nichts davon wissen, denn nach der Schmach gegen Famagusta und den sowieso nicht prickelnden Spielen in der Bundesliga bislang erwartete ich nichts anderes als eine Watsch‘n. Alles andere als eine Niederläge wäre eine Riesenüberaschung, ließ ich Sven und David wissen und sie stimmten mir zu.

So plätscherte der Abend vor sich hin, hier und da ein Bier oder anderes Mischgetränk ;) und natürlich das obligatorische „aktualisieren“ der Tickers. Sven klickt - 0:1! Was für eine Überaschung! Rosenberg erzielt das Führungstor und zum ersten Mal bricht Jubel und Trubel in Julians Wohnung aus. Aldwin Sven und ich fallen uns in die Arme, schreien, hüpfen, singen, freuen uns. Die anderen Anwesenden finden das ganze recht amüsant und erklären uns für Spinner. David gibt die Hoffnung noch nicht auf. Julian interessiert es recht wenig, seiner Meinung nach ist deutscher Fußball eh kein Fußball - alles was zählt ist England. (Die Frage, wie es denn England bei der EURO2008 erging, beantwortet er trotzdem nicht gerne :D ). Naja gut, Werder führt - aber man kennt ja die Bayern. „Das wird doch jetzt eh wieder 3:1 für die Bayern enden, freuen wir uns mal lieber nicht zu früh.“ Wenige Minuten später brandet erneuter Jubel durch das Wohnzimmer. 0:2 durch Naldo! „Shaaaala la la …“ singen wir und ich fange an, Aldwin durch die Luft zu schmeißen (ebenfalls zur Erheiterung aller). „Haja … dann wird‘s halt ein Unentschieden! Man kennt ja die Bayern …“ denke und sage ich. Der Halbzeitpfiff lässt die Nerven für einige Minuten entspannter sein.

Die Halbzeitpause ist zuende und nicht lange lässt der nächste Jubel auf sich warten. Sven bekommt eine SMS - 0:3! Wir aktualisieren schnell zur Verifizierung - richtig! Einmal mehr Freude. David hat‘s zu dem Zeitpunkt aufgegeben und die Beck‘s-Dosen verteilt. Wir stießen alle auf das Spiel an, denn es war gegessen. Sven fängt an, mit den Nachrichtenüberbringern zu telefonieren, da hört er es auf einmal piepen, schaut sein Handy an - 0:4! Jubelnd kommt er um die Ecke gebogen „4:0! 4:0!!“ und ich dachte mir nur „jaa … verarsch mich nicht ..“ Aber Tatsache! Whoop! Whoop! Jetzt kannte die Stimmung keine Grenzen mehr, der Tequila wurde ausgepackt und verteilt! Man man man … das war einfach so unglaublich und unrealistisch. Sven telefonierte immernoch, und kam auf einmal ein weiteres Mal um die Ecke gebogen mit der nächsten guten Nachricht „Fünf-zu-Null … FÜNF ZU NULL“! Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen, aber ab einem bestimmten Moment fühlte ich mich wie in einem schlechten Traum (und nein, das lag nicht am Alkohol :D ). Auch die zwei weiteren Bremer Tore zur Ergebniskosmetik durch Tim Borowski ließen die Stimmung nicht schlechter werden. Insgesamt also ein ganz schön unglaubliches Spiel, das so sicherlich keiner auf der Rechnung hatte. Wir konnten es nicht glauben und mussten es uns immer wieder erzählen („Fünf zu zwei. IN München!! Während der Wiesn!!! Nach Famagusta?! Nee …“). Im Laufe des Abends erfreuten wir uns dann immer wieder an Schlagzeilen, die die Internetportale aufboten („Watschn auf der Wiesn“). Was für ein herrlicher Tag. Was für ein irres Geschenk für Aldwin.


Doch es kam noch mehr, schließlich stand der Geburtstag erst vor der Tür! Also, ebenfalls das Geburtstagskind ;) denn Aldwin wurde herausgeführt. Die Freunde haben ein paar Geschenke organisiert und nun ging es darum, Aldwin zu überraschen. Und das gelang auch! Aldwin wurde hereingeführt und ihn erwartete ein schönes Ständchen von uns Freunden und viele schöne Geschenke. Er hat sich über jedes Geschenk sehr gefreut, echt schön. Gegeben hat es ein schönes Bild von ihm, eine Batmanmaske und als Highlight ein iPod touch. Alles in Spidermangeschenkpapier eingewickelt, denn Aldwin ist ein riesiger Marvel-Comic-Fan :)


Weiterhin wurde ausgelassen gefeiert, getanzt und getrunken und mir ging es erstaunlich gut, während anderen die Strapazen der Leber schon anzumerken war. Irgendwann gegen 3 beschwerten sich die Nachbarn, Sven schlief einfach auf dem Boden und andere torkelten mehr, als daß sie tanzten. So beschlossen wir, Julians Apartment zu verlassen und uns eine Bar zu suchen, wo wir den Abend ausklingen lassen können. Einige sind schon nach Hause gefahren, Aldwin, ich und einige andere fuhren nochmal ins Kneipenviertel.


Relativ schnell hatten wir eine gefunden, sah auch alles ganz nett aus und Karaoke gab es auch. So wurde das Feierabendbier bestellt und getrunken, einige der Mädels haben ABBA gesungen. Wir hockten dann da, tranken, dachten uns nichts Böses. Und irgendwann fiel Julian oder Aldwin auf „Hey …. sagt mal … ganz schön viele Frauen hier?!“ Wir guckten uns nur um, und der Groschen fiel. Viele Frauen und Mädels, die rumknutschten?! Ohwei. Wir hatten keinerlei Ahnung wie, aber wir sind in einer Lesbenkneipe gelandet. Bier austrinken, schnell weg hier :)

Der Abend fand sein Ende in einem Frühstück bei McDonald‘s, kurz vor 6 in der Früh sollten wir dann wieder zurück sein und schlafen gehen.

(Fortsetzung folgt …)

Singapur (1) - Welcome to Singapore …

am 23. September 2008 von Matthias

…home of the pirates! Singapur, Singapur .. wo soll ich anfangen? Am besten halbwegs chronologisch :)

Ich machte mich also auf den Weg nach Singapur am Freitag mittag um meinen sehr guten Freund Aldwin zu besuchen. Dieser lebt und arbeitet dort; darüberhinaus hat er das Wochenende seinen Geburtstag also bietet es sich an, einen Abstecher nach Singapur zu machen.

Im Flughafen angekommen alles beim Alten. Check-In, Passkontrolle usw. Ich war aber ein wenig hungrig und so beschloss ich, im Terminal zu westlichen Preisen beim King, Burger zu speisen. Ein Whoppermenü geht immer, klar :) Doch irgendwie merkte ich bald, dass sich wohl im Laufe der Zeit in Thailand mein Magen verkleinert haben muss. Ich begann mit den Fritten und war bereits danach satt?! Sehr seltsam, aber bezahlt ist bezahlt und will gegessen werden, also schlang ich den Whopper auch hinterher.

Dieses mal sollte die SWISS die Airline meiner Wahl sein und auch die kann ich nur empfehlen. Ein sehr angenehmer Flug, das Unterhaltungsprogramm ist ebenfalls gut. Nicht so gut wie bei Emirates, aber immerhin noch gut. Ich bekam ein nettes Mittagessen (was ebenfalls nur mit dem Hintergedanken „ist bezahlt“ runterging ;) ) und schaute danach „Nie wieder Sex mit der Ex“ (im Original „Forgetting Sarah Marshall“), den ich zwar auch schon in Deutschland gesehen habe, aber ich mochte den Film und hab ihn mir halt nochmal reingezogen. Also nur halb, denn irgendwann landet so ein Flugzeug nun mal.

Am Flughafen angekommen besorgte ich im Duty-Free-Bereich noch eine Flasche Tequila. Aldwin hat mich schon vorher drum gebeten, denn Alkohol ist in Singapur schweineteuer (eine Flasche Bier in einer normalen Kneipe ca. 6€). So besorgte ich die Flasche und übergab sie Aldwin, der mich im Terminal abholte, als Begrüßungsgeschenk.

Mit dem Taxi fuhren wir dann zuerst - wie sollte es anders sein - zu einer Kneipe :D Dort traf ich Julian, Natalie, David und Scott, einige Freunde von Aldwin. Allesamt sehr nette und unterhaltsame Leute :) Wir saßen dann da, tranken einige Getränke und schnackten ein wenig über dies und jenes. Später sollten sich unsere Wege trennen, einige wollten in einen Zigarrenclub (der sehr gut gewesen sein soll), aber Aldwin und ich als passionierte Nichtraucher entschlossen uns, ein wenig Singapur bei Nacht zu sehen. So liefen wir ein wenig herum und Aldwin zeigte mir einige nette Plätze des Singapurer Nachtlebens. Allzulange blieben wir nicht, denn der morgige Tag sollte ein sehr langer werden :)


Was ich sehr nett finde: Ältere Personen, die man nicht kennt, nennt man hier „uncle“ oder „auntie“ (Onkel/Tante). Dies kommt wohl aus dem chinesischen bzw. ist eine Übersetzung des Brauchs. Es hörte sich für mich jedesmal seltsam an, wenn Aldwin zum Taxifahrer sagte: „Irgendwo hier kannst du anhalten, Onkel.“

Singapur bereitet sich auf ein historisches Event vor; das erste Formel 1- Rennen bei Nacht. Die Strecke ist bereits abgesteckt und aufgebaut, einzig die Straßen sind noch nicht gesperrt. So sehen wir bei Nacht die Lichter, die die Strecke beleuchten, bereits brennen. Sie sind in einer Testphase, wobei die Lichter 100 Stunden dauerhaft leuchten sollen. Einige Privatpersonen befahren die Strecke auch mit ihrem Ferrari oder Lamborghini und tun es den Rennfahrern gleich. Ich bin aber ein wenig skeptisch, ob es alles so gut geht. Es ist halt wie Monaco ein Stadtkurs, aber die Beleuchtung ist meiner Meinung nach nicht einfach für die Fahrer; schließlich fahren diese normalerweise bei Tageslicht. Aber gut - nächstes Wochenende weiß man mehr.

Im Apartment angekommen unterhielten sich Aldwin und ich noch ein wenig über Apple‘s iPods. Genauso wie ich weiß er nicht, welches Modell er sich holen sollte. iPod nano oder doch lieber iPod touch? Die Entscheidung sollte ihm schon bald genommen werden. Darüberhinaus war mein Lieblingszitat an diesem Abend: „You know, we don‘t have any food here [in our apartment], just beer, … vodka …“ („Weißt du, wir haben nichts zu Essen hier, nur Bier .. Wodka ..“) Das Essen ist in Singapur recht günstig, da lohnt es sich kaum, selbst zu kochen. Von Fastfood kann aber auch nicht die Rede sein, es wird trotzdem frisch gekocht, wenn man es kauft in einem der vielen Food Center.

Im Allgemeinen bekam ich schon zu dem Zeitpunkt einen recht guten Eindruck von Singapur. Es ist das wohl am weitesten entwickelte asiatische Land, denn es ist sehr reich. Man hat ähnlich Kuala Lumpur viele Kulturen auf einem Fleck, was es sehr interessant macht. Darüber hinaus ist Singapur unheimlich sauber, sicher aber auch teuer. Alles, was Spaß macht (Alkohol, Zigaretten) wird sehr teuer versteuert. Man sagt auch „Singapore is a fine city.“ was eine doppelte Bedeutung hat; Singapur ist eine nette Stadt, man kann „fine“ aber auch mit Strafe übersetzen. Denn Singapur hat ebenfalls sehr sehr viele Verbote, die oftmals ins Geld gehen. Kein Radfahren hier, kein Müllwegwerfen dort. Bettelei ist strengstens verboten und wird mit einem Aufenthalt bei der Polizei belohnt. Ich denke das alles macht Singapur wie gesagt sehr sicher und sauber, trotzdem fragt man sich bei fast jeder Aktion „darf ich das überhaupt?!“. Nichtsdestotrotz - wenn man mit ein wenig gesundem Menschenverstand durch die Straßen schlendert, wird einem nie und nimmer irgendetwas zustoßen.

Tags darauf sollten wir also ein wenig mehr Singapur erleben. Mittags wollte Sven aus Kuala Lumpur dazustoßen. Aber bis dahin erklommen wir Singapurs höchsten Berg (und ja, als Norddeutscher bezeichne ich es als einen Berg) - 164m über Meeresspiegel! Gut, nicht die Welt, aber trotzdem gerieten wir bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit sehr ins Schwitzen, denn der Weg war zeitweise ganz schön steil. Übrigens war ich noch nie so nah am Äquator wie in Singapur - das nur nebenbei.
Die höchste Erhebung befindet sich in einem Nationalpark, der auch sehr schön ist. Eine Art Dschungel mit einigen interessanten Tieren. Eigentlich sollte es dort auch freilebende Affen geben, aber die haben wir leider nicht gesehen. An der Spitze angekommen ruhten wir uns ein wenig aus :)


Bergab haben wir uns für den kürzeren Weg entschieden und wir machten uns auf den Weg in die Bankengegend, wo wir Sven treffen sollten. Die Bankengegend ist wirklich beeindruckend, da durchgängig aus hohen Wolkenkratzern bestehend. Wir schauten uns also ein wenig um, holten Sven ab und hatten erstmal ein vietnamesisches Mittagessen. Die Portion sollte angeblich genug für 4 sein, hat aber gerade so für uns 3 gereicht. Die Portionen sind hier eh so eine Sache, auch hier muss man umrechnen; denn die Portionen sind für z.B. 4-5 Asiaten gedacht, reichen aber für 2 Europäer.


Weiteres Sightseeing sollte folgen; die Esplanade-Brücke, die ebenfalls Teil des Formel 1 - Rennens sein wird, der Malayian (eine Mischung aus Fisch und Löwe) sowie das „Eye of Singapore“, ein Riesenrad, das dem in London nachempfunden ist. Ebenfalls 164m hoch, aber eine wesentlich bessere Aussicht über die Stadt und teilweise bis nach Indonesien. Danach ging es erstmal wieder zurück ins Apartment, denn ein weiteres Highlight stand an: Aldwins Geburtstagsparty - besser bekannt als „AT32 - an event even bigger than F1“. (Fortsetzung folgt …)

Die Gedanken sind frei - Teil 2

am 18. September 2008 von Matthias

Verblüfft stelle ich fest, dass mich die meisten Leute auf 19/20 Jahre schätzen. Wenn ich ihnen erzähle, ich sei 24, ernte ich meist erstaunte Blicke. Ist das so? Seh ich aus wie 19? Hmm. Ich weiss nicht, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht ;)

In Asien hat McDonald’s einen Lieferservice. Das, was sich viele Leute in Deutschland wünschen. Nennt sich McDelivery und kostet ein wenig Aufschlag auf das bestellte Essen.

Im Kino wird vor dem Film die thailändische Nationalhymne gespielt. Dazu erhebt sich der gesamte Saal, auch die Ausländer. Die Hymne wird auch im Radio und im Fernsehen gespielt, jeden Tag um 8 Uhr morgens und 6 Uhr abends. Ist eine ganz nette Tradition, wie ich finde.

Der Liter Benzin hat sich hier bei 30-35 Baht eingependelt, das sind ungefähr 60-70 Cent. Wie die Thai das machen, weiss ich nicht ;) Manchmal kann man Benzin auch bei einem Straßenhändler kaufen; dort bekommt man dann eine “100 Pipers”-Whiskeyflasche gefüllt mit dem edlen Energietropfen.

Will man mit dem Bus fahren, so setzt man sich einfach rein. Während der Fahrt kommt dann ein Schaffner und kassiert das Geld. In den Non-Aircon-Bussen ist es einfach 9Baht, will man hingegen einen Bus mit Klimaanlage nutzen so wird gefragt, wo man denn hinwolle. Dementsprechend zahlt man dann auch, allerdings nicht mehr als 20 Baht.

Nach dem Trip nach Ko Chang, bzw. besser gesagt auf dem Rückweg, wurden wir von der Polizei kontrolliert. Wir stiegen nur aus dem Bus aus und prompt kam die Frage “Where you go? Where you go?” Ich daraufhin: “Ahm .. Ekkamai BTS Station?!” (was halt die nächste BTS-Station ist, zu der wir wollten, zwecks Fahrt ins Wohnheim). “Nono .. where you go?” - “Ahm .. you mean where we came from?” - “Yes!” - “Trat province” - “Ok .. Bag control!”. Die Herren in Schwarz wühlten sich dann durch alte Socken und verschwitzte Unterhosen. Herzlichen Glückwunsch. “Where you live in Bangkok?” Ich, ganz stolz und auf Thai (ich schreibe es mal einfach so wie ich es spreche ;) ): “Tekno Phra Chom Klaow, bei Saphan Phram Tschet”. - “Aaaah … Sapahn Phram Tschet! Aah ..”. Ein anderer daraufhin: “You speak thai?” Ich: “Just a little bit.” Daraufhin waren uns die Herren gleich viel freundlicher gesonnen. Sie durchwühlten den Rest, wünschten uns noch einen schönen Abend und ließen uns gehen.

Hier in Thailand ist es nämlich so; man muss nur ein paar Fetzen Thai können, z.B. Hallo oder Danke sagen, und man hat schon gewonnen. Als ich in der Klasse von Supitcha stand und mich vorgestellt habe, wurde ich gefragt, ob ich etwas auf Thai sagen kann. Ich darauf hin “Yeah … Sawatdikhap?!” und es brach ein Applaus im Klassenraum aus, als ob ich gerade die Welt gerettet hätte :D Thai freuen sich einfach, wenn man irgendwas auf Thai sagen kann :)

Kanchanaburi

am 15. September 2008 von Matthias

Letzte Woche habe ich ein Experiment gestartet. Ich wollte wissen, wie schnell der Wäscheservice ist und ob er auch am Wochenende arbeitet. Also habe ich viel Wäsche angesammelt und mich gefreut wie ein kleines Kind auf Weihnachten, ob das Experiment scheitert oder nicht.
Beim Packen für das Wochenende merkte ich bald, dass ich mir mit dem Experiment eventuell ins eigene Knie geschossen habe. Ich zählte meine restlichen Unterhosen und Socken durch und merkte: nur noch 2 Tage. Mist. D.h. ich muss am Montag ohne Schlüpper zur Arbeit! Hmm .. gut wäre ja nichts ungewöhnliches ich warte einfach mal das Experiment ab, vielleicht wendet es sich zum Guten.

Also ging es Samstag früh für Nut und mich nach Kanchanaburi. Schon Freitag abend nutzte ich den Bus, um zum nächsten Supermarkt zu fahren und langsam gewöhne ich mich dran. Innerhalb der letzten Tage wurde ich eh ganz schön zum Pfennigfuchser hier :) Trotz der günstigen Preise muss man hier auf jeden Baht achten. Also ja - der Bus. Eine gute und günstige Alternative zum Taxi.

Nach Kanchanaburi begaben wir uns in einem Minivan, der wie üblich am Victory Monument startete. 2,5 Stunden später angekommen orientierten wir uns zuerst nach einem Gästehaus und wir fanden auch recht bald eins. Günstig, mit Fernseher und Klimaanlage und nahe am Fluss Kwai gelegen. Und auch nicht weit von der berühmten Brücke am Kwai. Wir mieteten uns Fahrräder und beschlossen, die Brücke und andere Sehenswürdigkeiten in Kanchanaburi zu erkunden.

Die Brücke am Kwai wurde im zweiten Weltkrieg von Kriegsgefangenen erbaut und ist ein Teil der Eisenbahnstrecke nach Burma/Myanmar. Die Brücke an sich ist nichts besonderes, eine Eisenbahnbrücke halt, die man aber begehen kann. Die stellt sich als nicht besonders sicher heraus, da es einerseite keine Geländer zum festhalten gibt und die Brücke zum Herunterfallen einlädt, andererseits aber auch noch drei mal am Tag der Zug die Brücke passieren möchte und die Besucher dementsprechend schnell verschwinden sollten ;) Nun gut, wir sind hin und her spaziert, einem Spidermankind begegnet (Foto auf Anfrage ;) ) und ich hab einen Elefanten gefüttert! Das war seltsam. Der Rüssel irgendwie hart und borstig. Aber unheimlich wendig. Verrückt.

Nachdem wir uns an der Brücke sattgesehen haben, gingen wir ins nahegelegene JEATH Kriegsmuseum. JEATH steht dabei für die in dieser Region beteiligten Kriegsländer (Japan, England, America/Australia, Thailand, Holland). War auch mal interessant, die Zweite-Weltkriegsgeschichte aus asiatischer Seite zu erkunden. Zum Schluss radelten wir noch zu einem Kriegsgrab und von dort aus in die Innenstadt, um viele Einheimische Leckereien zu erproben (Kokosnuss-Eis-Milchshake - super lecker).

Am Abend spielte Liverpool gegen Manchester United! Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und schauten einen Großteil des Spiels in einem netten Restaurant bei Sushi und Heineken. Später dann, im Gasthaus wieder angekommen, schalteten wir den Fernseher ein und zappten rum - und entdeckten die Spiele Dortmund - Schalke und Köln - Bayern! YES! Endlich wieder Bundesligafußball! :) Wir schauten dann abwechselnd beide Spiele, obwohl das Revierderby wesentlich interessanter war.

Am Tag darauf, Sonntag, standen “nur” die Erawan-Wasserfälle auf dem Programm. Dafür hatten wir den ganzen Tag eingeplant, denn man musste in einem abenteuerlichen Bus anreisen, was ca. 1.5 Stunden dauerte. Aber es sollte sich gelohnt haben.


Die Erawan-Wasserfälle erstrecken sich über 7 Ebenen auf ungefähr 2 Kilometer. Diese 2 Kilometer sind aber nicht sonderlich einfach zurückzulegen, denn es ist sehr hügelig, matschig, unwegsam. Aber auch das sollte sich gelohnt haben, denn in der siebten Ebene angekommen erwartete einen ein wunderbarer Platz mit vielen kleinen Becken, in denen man baden kann (wie übrigens in der 6 anderen Ebenen auch). Die meisten Besucher bleiben in der zweiten Ebene, da es dort Toiletten und ein paar Shops gibt, in denen man Essen kaufen kann. Alle anderen Ebenen haben hingegen nur die Wasserfälle zu bieten.

Es war herrlich, die erschöpften Füße mit klarem kalten Wasser zu erfrischen, ebenso das Gesicht. Auch trinken konnte man das Wasser, es war wirklich sehr sehr gut. Wir erholten uns ca. 1.5 Stunden von den Wanderstrapazen und genossen die Augenblicke.


Den Rückweg beschloss ich barfuß hinter mich zu bringen. Die Schuhe wollte ich nicht nochmal verdrecken lassen ;) Ich denke, das tat den Füßen auch mal ganz gut, solch eine unwegsame Waldstrecke hinter sich zu bringen.

Unten angekommen duschten wir die Beine ab und begaben uns wieder in den Bus Richtung Kanchanaburi, von dort aus ging es dann wieder weiter mit einem Minivan nach Bangkok. Home sweet home. Der Abend fand seinen Ausklang mit gutem Swensen’s Eiscream.

Ich komme im Zimmer an und sehe gewaschene und gebügelte Klamotten. Experiment geglückt?! Ansichtssache. Ich lege glücklich die 360Baht für den randvollen Wäschekorb hin und erfreue mich meiner Schlüpper für die nächsten Tage.

Kuala Lumpur (1)

am 11. September 2008 von Matthias

“Du bist in Bangkok?! Komm’ rüber!” waren die Worte von Sven, die der Anstoß zu meinem Wochenende in Kuala Lumpur waren. Ich möchte mich dabei eher kurz fassen, denn eventuell konnte ich Sven für einen Gastbeitrag in meinem Blog hier gewinnen. Dabei wird er vielleicht etwas genauer auf Kuala Lumpur, Malaysia und unser Wochenende eingehen.

Hingeflogen bin ich Freitag abend mit dem Low-Cost-Carrier AirAsia. Sicherheitsbedenken muss man dabei nicht haben, sowohl Hin- als auch Rückflug wurden in sehr neuen Airbus A320 geflogen. Im Terminal angekommen musste ich nur eine Ankunfts- und Abflugskarte ausfüllen, danach hat man mich hineingelassen. Schon bald sah ich Sven, der mir erstmal herzlich zur Begrüßung auf meinen sonnenverbrannten Rücken klopfte. Es sollte nicht das letzte Mal an diesem Wochenende gewesen sein, doch ich habe ihm inzwischen verziehen ;) Kurz vor dem Betreten des Buses, der uns vom Flughafen wegfahren sollte, machte ich meinen Routinecheck. “Schlüssel? Ja .. Handy? Jaaa … Portmonee … Portmonee … Portmonee?!?! Scheisse!” Es war weg. Ich habe es beim Ausfüllen der Ankunftskarte zwischen meinen Beinen liegengelassen und muss es beim Aufstehen vergessen haben. Alarm. Bin sofort zurück ins Terminal, die Sicherheitsleute davon überzeugt, warum ich gegen die Laufrichtung wieder reingelassen werden sollte. Ich erklärte ihnen meine Lage, zwischendurch hörten wohl Leute mit und erzählten mir, dass angeblich jemand meinen Geldbeutel gefunden hat. Ich hab mich also durchgefragt und tatsächlich hat einer der Sicherheitsbeamten mein Portmonee an sich genommen und mir zurückgegeben. Danke! Das wäre ein Klasse-Start in das Wochenende gewesen. Aber gut - nochmal Glück gehabt!

Freitag abend genossen wir dann bei einem Beck’s die Sicht auf den nahegelegenen See und unterhielten uns ein wenig über dies und jenes. Man hat sich schließlich 2 Jahre nicht mehr gesehen. Samstag und Sonntag sollte dann Sightseeing in Kuala Lumpur folgen.

Es gab die Petronas Twin Towers, die dazugehörige Mall, Chinatown, Little India, viel malayisches Essen, ein schöner Vogelpark und ein See, zu dem bis vor kurzem ein Riesenrad gehörte. Sonntag abend hieß es wieder Abschiednehmen und Bangkok wieder begrüßen. Beim Fotoshooting vor den Twin Towers kam ein vietnamesisches Pärchen auf uns zu und wollte unbedingt ein Foto mit einem Europäer. Na bitte. Mach ich doch gerne. Alles in allem ist Kuala Lumpur sehr schön; sehr grün, nicht so viel Verkehr, vergleichsweise gute Luft und ein sehr interessanter Kulturenmix. Hier kann man es aushalten!


In Bangkok angekommen versuchten 2 Taxifahrer mich zu einem überhöhten Preis nach Hause zu bringen, aber ich bin ja nicht von vorgestern! :) Ich hab mir dann einfach den nächsten gesucht, wie immer auf Thai das Ziel angegeben und los ging’s - mit Taximeter. Gegen 1 Uhr nachts konnte ich mich dann wieder geschafft ins Bett legen.

Dienstag abend wollte ich den aktuellen Batman-Film “The Dark Knight” sehen. Dazu habe ich mir das “Krungsri IMAX”-Kino ausgesucht, das den Film im IMAX-Format zeigt. Die Plakate hier sagen “If you haven’t seen it in IMAX, then you haven’t seen the movie.” (”Wenn du den Film nicht in IMAX gesehen hast, dann hast du den Film nicht gesehen.”) Ganz so hart würde ich es allerdings nicht sagen. Es gab schließlich nur eine handvoll Szenen, in denen die IMAX-Technik eingesetzt wurde. Alles in allem hat mir der Film sehr gut gefallen! Vor allem - selbstverständlich - Heath Ledger als Joker war wirklich grandios gespielt. Ich muss sagen, dass ich normalerweise wenig auf die Leistung der Schauspieler achte, da aber bei dem Film jeder gesagt hat “Der ist ja soooo gut gespielt vom Heath Ledger.” habe ich auch ein wenig drauf geachtet und muss sagen: Zurecht!

Mittwoch wurde ich wie ein seltenes Tier durch die Universitäten des Landes getrieben. Roadshow. Im Dreiergespann und in Vertretung von IAESTE haben Frau Tongdee, ihre Tochter Supitcha und ich ein wenig Werbung für IAESTE gemacht. Ich durfte mich dann immer schön vorstellen und Fragen beantworten - was ich denn so mache, wieso gerade Thailand und so fort. War recht nett, ein paar Kleinigkeiten und Mittagessen gab es auch geschenkt - ich bin leicht rumzukriegen.

Am Abend habe ich ein Abendessen für einen Euro gehabt. Eine Portion Pad Thai - thailändische Glasnudeln angebraten, dazu eine kleine Flasche 7Up (Zitronenlimonade) sowie ein paar Schmalzkuchen-ähnliche Leckereien. Da kann man nicht klagen!