…home of the pirates! Singapur, Singapur .. wo soll ich anfangen? Am besten halbwegs chronologisch
Ich machte mich also auf den Weg nach Singapur am Freitag mittag um meinen sehr guten Freund Aldwin zu besuchen. Dieser lebt und arbeitet dort; darüberhinaus hat er das Wochenende seinen Geburtstag also bietet es sich an, einen Abstecher nach Singapur zu machen.
Im Flughafen angekommen alles beim Alten. Check-In, Passkontrolle usw. Ich war aber ein wenig hungrig und so beschloss ich, im Terminal zu westlichen Preisen beim King, Burger zu speisen. Ein Whoppermenü geht immer, klar
Doch irgendwie merkte ich bald, dass sich wohl im Laufe der Zeit in Thailand mein Magen verkleinert haben muss. Ich begann mit den Fritten und war bereits danach satt?! Sehr seltsam, aber bezahlt ist bezahlt und will gegessen werden, also schlang ich den Whopper auch hinterher.
Dieses mal sollte die SWISS die Airline meiner Wahl sein und auch die kann ich nur empfehlen. Ein sehr angenehmer Flug, das Unterhaltungsprogramm ist ebenfalls gut. Nicht so gut wie bei Emirates, aber immerhin noch gut. Ich bekam ein nettes Mittagessen (was ebenfalls nur mit dem Hintergedanken „ist bezahlt“ runterging
) und schaute danach „Nie wieder Sex mit der Ex“ (im Original „Forgetting Sarah Marshall“), den ich zwar auch schon in Deutschland gesehen habe, aber ich mochte den Film und hab ihn mir halt nochmal reingezogen. Also nur halb, denn irgendwann landet so ein Flugzeug nun mal.
Am Flughafen angekommen besorgte ich im Duty-Free-Bereich noch eine Flasche Tequila. Aldwin hat mich schon vorher drum gebeten, denn Alkohol ist in Singapur schweineteuer (eine Flasche Bier in einer normalen Kneipe ca. 6€). So besorgte ich die Flasche und übergab sie Aldwin, der mich im Terminal abholte, als Begrüßungsgeschenk.
Mit dem Taxi fuhren wir dann zuerst - wie sollte es anders sein - zu einer Kneipe
Dort traf ich Julian, Natalie, David und Scott, einige Freunde von Aldwin. Allesamt sehr nette und unterhaltsame Leute
Wir saßen dann da, tranken einige Getränke und schnackten ein wenig über dies und jenes. Später sollten sich unsere Wege trennen, einige wollten in einen Zigarrenclub (der sehr gut gewesen sein soll), aber Aldwin und ich als passionierte Nichtraucher entschlossen uns, ein wenig Singapur bei Nacht zu sehen. So liefen wir ein wenig herum und Aldwin zeigte mir einige nette Plätze des Singapurer Nachtlebens. Allzulange blieben wir nicht, denn der morgige Tag sollte ein sehr langer werden



Was ich sehr nett finde: Ältere Personen, die man nicht kennt, nennt man hier „uncle“ oder „auntie“ (Onkel/Tante). Dies kommt wohl aus dem chinesischen bzw. ist eine Übersetzung des Brauchs. Es hörte sich für mich jedesmal seltsam an, wenn Aldwin zum Taxifahrer sagte: „Irgendwo hier kannst du anhalten, Onkel.“
Singapur bereitet sich auf ein historisches Event vor; das erste Formel 1- Rennen bei Nacht. Die Strecke ist bereits abgesteckt und aufgebaut, einzig die Straßen sind noch nicht gesperrt. So sehen wir bei Nacht die Lichter, die die Strecke beleuchten, bereits brennen. Sie sind in einer Testphase, wobei die Lichter 100 Stunden dauerhaft leuchten sollen. Einige Privatpersonen befahren die Strecke auch mit ihrem Ferrari oder Lamborghini und tun es den Rennfahrern gleich. Ich bin aber ein wenig skeptisch, ob es alles so gut geht. Es ist halt wie Monaco ein Stadtkurs, aber die Beleuchtung ist meiner Meinung nach nicht einfach für die Fahrer; schließlich fahren diese normalerweise bei Tageslicht. Aber gut - nächstes Wochenende weiß man mehr.
Im Apartment angekommen unterhielten sich Aldwin und ich noch ein wenig über Apple‘s iPods. Genauso wie ich weiß er nicht, welches Modell er sich holen sollte. iPod nano oder doch lieber iPod touch? Die Entscheidung sollte ihm schon bald genommen werden. Darüberhinaus war mein Lieblingszitat an diesem Abend: „You know, we don‘t have any food here [in our apartment], just beer, … vodka …“ („Weißt du, wir haben nichts zu Essen hier, nur Bier .. Wodka ..“) Das Essen ist in Singapur recht günstig, da lohnt es sich kaum, selbst zu kochen. Von Fastfood kann aber auch nicht die Rede sein, es wird trotzdem frisch gekocht, wenn man es kauft in einem der vielen Food Center.
Im Allgemeinen bekam ich schon zu dem Zeitpunkt einen recht guten Eindruck von Singapur. Es ist das wohl am weitesten entwickelte asiatische Land, denn es ist sehr reich. Man hat ähnlich Kuala Lumpur viele Kulturen auf einem Fleck, was es sehr interessant macht. Darüber hinaus ist Singapur unheimlich sauber, sicher aber auch teuer. Alles, was Spaß macht (Alkohol, Zigaretten) wird sehr teuer versteuert. Man sagt auch „Singapore is a fine city.“ was eine doppelte Bedeutung hat; Singapur ist eine nette Stadt, man kann „fine“ aber auch mit Strafe übersetzen. Denn Singapur hat ebenfalls sehr sehr viele Verbote, die oftmals ins Geld gehen. Kein Radfahren hier, kein Müllwegwerfen dort. Bettelei ist strengstens verboten und wird mit einem Aufenthalt bei der Polizei belohnt. Ich denke das alles macht Singapur wie gesagt sehr sicher und sauber, trotzdem fragt man sich bei fast jeder Aktion „darf ich das überhaupt?!“. Nichtsdestotrotz - wenn man mit ein wenig gesundem Menschenverstand durch die Straßen schlendert, wird einem nie und nimmer irgendetwas zustoßen.
Tags darauf sollten wir also ein wenig mehr Singapur erleben. Mittags wollte Sven aus Kuala Lumpur dazustoßen. Aber bis dahin erklommen wir Singapurs höchsten Berg (und ja, als Norddeutscher bezeichne ich es als einen Berg) - 164m über Meeresspiegel! Gut, nicht die Welt, aber trotzdem gerieten wir bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit sehr ins Schwitzen, denn der Weg war zeitweise ganz schön steil. Übrigens war ich noch nie so nah am Äquator wie in Singapur - das nur nebenbei.
Die höchste Erhebung befindet sich in einem Nationalpark, der auch sehr schön ist. Eine Art Dschungel mit einigen interessanten Tieren. Eigentlich sollte es dort auch freilebende Affen geben, aber die haben wir leider nicht gesehen. An der Spitze angekommen ruhten wir uns ein wenig aus



Bergab haben wir uns für den kürzeren Weg entschieden und wir machten uns auf den Weg in die Bankengegend, wo wir Sven treffen sollten. Die Bankengegend ist wirklich beeindruckend, da durchgängig aus hohen Wolkenkratzern bestehend. Wir schauten uns also ein wenig um, holten Sven ab und hatten erstmal ein vietnamesisches Mittagessen. Die Portion sollte angeblich genug für 4 sein, hat aber gerade so für uns 3 gereicht. Die Portionen sind hier eh so eine Sache, auch hier muss man umrechnen; denn die Portionen sind für z.B. 4-5 Asiaten gedacht, reichen aber für 2 Europäer.



Weiteres Sightseeing sollte folgen; die Esplanade-Brücke, die ebenfalls Teil des Formel 1 - Rennens sein wird, der Malayian (eine Mischung aus Fisch und Löwe) sowie das „Eye of Singapore“, ein Riesenrad, das dem in London nachempfunden ist. Ebenfalls 164m hoch, aber eine wesentlich bessere Aussicht über die Stadt und teilweise bis nach Indonesien. Danach ging es erstmal wieder zurück ins Apartment, denn ein weiteres Highlight stand an: Aldwins Geburtstagsparty - besser bekannt als „AT32 - an event even bigger than F1“. (Fortsetzung folgt …)


